In der Zeit vom 26. bis 29. Mai verwandelte sich die Turnhalle der Oberschule Sebnitz „Am Knöchel“ in ein kreatives, urbanes Kunstprojekt: Rund 50 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 gestalteten gemeinsam mit zwei professionellen Graffiti-Künstlern und dem DRK-Schulsozialarbeiter die bisher kahle Rückwand der Halle neu.
Die Jugendlichen suchten schon seit einiger Zeit nach legalen Möglichkeiten, Graffiti als kreative Ausdrucksform urbaner Lebenskultur auszuüben. Nachdem die bisher genutzte Graffiti-Fläche an der Sebnitzer Bahnhofswand inzwischen vollständig ausgeschöpft war, entstand mit dem Projekt an der Oberschule nun eine neue Möglichkeit, sich legal mit dieser Form der urbanen Kunst auszuleben. Für die Umsetzung hatten sich der Förderverein der Oberschule und der Schulsozialarbeiter gemeinsam eingesetzt.
Ziel des Projektes war nicht nur, das Schulgelände optisch aufzuwerten, sondern Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihren Lebens- und Schulraum aktiv mitzugestalten. Dadurch werden Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und die Identifikation mit der eigenen Schule gestärkt.
Ein besonderes Gestaltungselement besteht darin, bewusst freie Flächen innerhalb des Graffitis zu belassen. Diese Bereiche sollen künftig für weitere Beiträge von den Schülerinnen und Schülern genutzt werden können und ermöglichen eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Kunstwerks. So entsteht ein dynamisches Gesamtbild, das offen für neue Ideen und Ausdrucksformen bleibt.
Begleitend zur praktischen Arbeit setzten sich die Teilnehmenden auch mit der Geschichte und Bedeutung von Graffiti auseinander. In den Workshops lernten sie verschiedene Sprühtechniken kennen und erfuhren mehr über die kulturellen Hintergründe sowie die ursprüngliche und heutige Nutzung von Graffiti als Teil moderner Jugendkultur.
Bei teils hochsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein arbeiteten die Jugendlichen mit großer Motivation an ihren Entwürfen. Für die nötige Abkühlung sorgte zwischendurch leckeres Eis.
Gefördert wurde das Projekt von der Partnerschaft für Demokratie Sebnitz, Bad Schandau, Hohnstein aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.